Schlagwort: Seemannschaft

  • Kreuzbrassen

    Durch Kreuzbrassen wird ein aufgestopptes Schiff stabil in den Wind gelegt und verhindert, dass es wieder Fahrt aufnimmt.

    Ablauf und Anwendung des Manövers

    Zum Aufstoppen des Schiffs unter Segeln muss zunächst Fahrt aus dem Schiff genommen werden. Dazu werden das Fock- sowie das Großsegel aufgegeit. Anschließend werden die Toppen überkreuz gebrasst. Dazu wird der Großtopp gegen den Wind auf den vierten Konten rund gebrasst. Um das Schiff auszubalancieren, wird der Besan mittschiffs geholt und gesetzte Vorsegel, soweit erforderlich, geborgen. Zur Stabilisierung der Schiffslage muss das Ruder etwas nach Luv gelegt werden.

    Da der Großtopp beim Backbrassen gegen den Wind geholt werden muss, sind die Brassen entsprechend zu besetzen.

    Durch die Segelstellung wird erreicht, dass der Vortopp trägt und der Großtopp back steht. Die Kräfte an beiden Toppen heben sich fast auf. Die nötige Balance erhält das Schiff durch den Mittschiffs stehenden Besan und den noch gesetzten Vorsegeln. Das Schiff macht dabei keine Fahrt mehr und treibt stabil vor dem Wind nach Lee .

    Wahrschau: Beim klassischen Kreuzbrassen wird wie oben beschrieben der Großtopp rund gebrasst. Der Grund ist, dass die Großstagen unter einem güstigeren Winkel zum Mast geführt werden und so die durch die backstehenden Segel auftretenden Lasten besser abtragen können. Da aber das Kreuzbrassen häufig gemeinsam mit einem Bootsmanöver durchgeführt wird, zum Beispiel im Rahmen eines „Person-über-Bord“-Manövers. Da sich aber die Manöverstationen der Großtoppbrassen häufig im Arbeitsbereich der Boote befinden, würden sich die beiden Crews gegenseitig behindern. Um dies zu umgehen empfiehlt es sich stattdessen den Vortopp rund zu brassen. Hinsichtlich der sicheren und ruhigen Lage des beigedrehten Schiffes ergibt sich dabei kein Unterschied.

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    Rumpf und Rigg

    Aufbau, Sprache und Bedienung eines Rahseglers zusammenhängend verstehen – als Nachschlagewerk auf See und Arbeitsbuch an Land.

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    Kreuzbrassen – Abbildung aus dem Buch Rumpf und Rigg von Torsten Dederichs
    Kreuzbrassen – Abbildung aus Rumpf und Rigg.

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  • Kollisionsverhütungsregeln (KVR)

    KVR steht für Kollisionsverhütungsregeln. Sie regeln international unter anderem Ausweichpflichten, Lichter, Signalkörper sowie Schall- und Lichtsignale zur Verhütung von Zusammenstößen auf See.

    Wann gelten die KVR?

    Die Regeln gelten für Fahrzeuge auf Hoher See und auf den damit zusammenhängenden, von Seeschiffen befahrbaren Gewässern. Nationale und örtliche Vorschriften können zusätzliche Anforderungen enthalten.

    Amtlicher Regeltext

    Für Navigation und Ausbildung ist stets der aktuelle verbindliche Text maßgeblich: Kollisionsverhütungsregeln bei Gesetze im Internet. Dieser Glossareintrag dient nur der Einordnung.

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  • Hafenwache

    Die Hafenwache hat die Schiffssicherheit im Hafen sicherzustellen.

    Aufgaben und Bedeutung an Bord

    Zum einen hat sie  laufend die Festmacherleinen zu kontrollieren. Insbesondere in Tidehäfen ist dies wichtig, denn hier müssen die Leinen regelmäßig geholt und gefiert werden. Auch hat die Wache sicherzustellen, dass an der Wasserseite des Schiffs keine fremden Fahrzeuge – ohne Absprache mit der Schiffsführung – längsseits gehen und festmachen. Eine weitere Aufgabe besteht darin, dass der Personenverkehr an und von Bord kontrolliert wird. Dadurch soll gewährleistet werden, dass keine unbefugten Personen an Bord kommen und dass stets Klarheit darüber besteht, wo sich die Crew gerade befindet. Vor allem in internationalen Häfen ist dies von Bedeutung.Zusätzlich hat die Hafenwache regelmäßig auf und unter Deck Sicherheitsronden durchzuführen, bei Nacht die Decksbeleuchtung zu kontrollieren und zum Sonnenauf- und Untergang das Flaggenmanöver durchzuführen.

    Zuletzt muss natürlich auch die Hafenwache, durch rechtzeitiges Wecken, für ihre Ablösung sorgen.

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  • Halse

    Das Manöver eignet sich besonders für unerfahrene und kleine Crews. Da das Schiff bei der Halse mit dem Heck durch den Wind geht und dabei den Kurs um 240° ändert, geht bei diesem Manöver allerdings sehr viel Raum verloren. Bei schwerem Wetter, aber auch bei flachen Winden, gibt es zur Halse keine Alternative.

    Ablauf und Anwendung des Manövers

    Wie bei der Wende wird auch bei der Halse die Neigung des Schiffes zu gieren gezielt eingesetzt. Da das Schiff mit dem Heck durch den Wind geht, muss das Schiff vom Wind abfallen. Das Schiff muss also künstlich stark leegierig gemacht werden. Das wird erreicht, indem die achteren Segel weggenommen werden und damit der Segeldruckpunkt weit vor den Lateraldruckpunkt verlagert wird. Zudem müssen die Stagsegel zum Schiften der Schoten weggenommen werden.

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    Halse – Abbildung aus dem Buch Rumpf und Rigg von Torsten Dederichs
    Halse – Abbildung aus Rumpf und Rigg.

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  • Hecklicht

    Das Hecklicht ist ein Nachtkennzeichen nach KVR. Es bestrahlt den achterlichen Sektor von 22,5º achterlicher als querab an Steuerbord bis 22,5º achterlicher als querab an Backbord.

    Aufgaben und Bedeutung an Bord

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  • Hohlgeflecht

    Hohlgeflecht ist eine weitere Tauart, bei der gleichviel links- sowie rechtsgedrehte Litzen im Kreis miteinander zu einer Art Strumpf verflochten werden. Bei dem fertigen Tau nimmt das Geflecht die gesamte Last auf.

    Aufbau und Verwendung an Bord

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  • Gordingstek

    Der Gordingstek ist ein sich unter Zug festziehender Stek. Auf Rahseglern dient er vor allem dazu, Gordinge am Unterliek eines Rahsegels anzuschlagen.

    Wie funktioniert der Gordingstek?

    Der Stek legt sich um den Anschlagpunkt und zieht sich bei Belastung zu. Ohne Zug lässt er sich wieder lösen. Er kann auch verwendet werden, um eine Leine an einem Ring, Schäkel oder einer Spiere zu befestigen.

    Verwandte Begriffe: Knoten und Gording.

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    Gordingstek am Unterliek eines Rahsegels – Abbildung aus Rumpf und Rigg
    Gordingstek – Abbildung aus Rumpf und Rigg.
  • Generalarm

    Der Generalarm hat die Signalfolge sieben Mal kurz und einmal lang ( * * * * * * * —). Wenn er ertönt, hat man sich sofort mit einer Rettungsweste und Überlebensanzüge ausgerüstet, um am Sammelplatz an Deck einzufinden. Soweit es die Situation zulässt, nimmt man vorsorglich so viel warme Kleidung mit, wie man zu fassen bekommt. Das Gleiche gilt für Getränkeflaschen oder Teekannen.

    Aufgaben und Bedeutung an Bord

    An Deck stellen die Wachführer die Anwesenheit ihrer Wache fest. Gemeinsam wird auf weitere Anweisungen der Schiffsführung gewartet.

    Während des Generalalarms sind eventuelle Lautsprecheransagen zur Schiffsführung zu beachten. Wurde der Generalalarm zum Beispiel aufgrund einer „Person-über-Bord“ ausgelöst, müssen sofort entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Diesbezügliche Regelungen und Verfahrensweisen sind entweder vor Reisebeginn mit der Schiffsführung abzustimmen, zum Beispiel im Rahmen der Sicherheitseinweisung oder der bordeigenen Sicherheitsbestimmungen, zum Beispiel aus dem ISM-Handbuch, zu entnehmen.

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  • Geschlagenes Tauwerk

    Geschlagenes Tauwerk besteht aus Garnen, die zunächst zu Kardeelen und anschließend mit entgegengesetztem Drehsinn zum fertigen Tau verseilt werden.

    Aufbau und Drehrichtung

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  • Gierigkeit

    Als Gierigkeit bezeichnet man das Bestreben eines Segelschiffs, bei mittschiffs Ruderlage selbständig nach einer Seite zu drehen. Dreht sich das Schiff nach Lee, bezeichnet man das als Leegierigkeit, dreht es sich nach Luv nennt man das entsprechend luvgierig.

    Funktion und Bedeutung an Bord

    Maßgeblich für die Gierigkeit eines Schiffes ist die Segelbalance. Das heißt, die Summe der Krafteinträge an den jeweiligen Segeldruckpunkten bezogen auf den Lateraldruckpunkt.

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