Schlagwort: Schiffsmanöver

  • Sprunghalse

    Die Sprunghalse ist ein Manöver, das erforderlich ist, wenn das Schiff nach einem Windsprung auf dem alten Bug weiter segeln soll.

    Ablauf und Anwendung des Manövers

    Verwandte Begriffe

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    Rumpf und Rigg

    Aufbau, Sprache und Bedienung eines Rahseglers zusammenhängend verstehen – als Nachschlagewerk auf See und Arbeitsbuch an Land.

    Buchcover Rumpf und Rigg – Ein Segelhandbuch für Rahsegler

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    Sprunghalse – Abbildung aus dem Buch Rumpf und Rigg von Torsten Dederichs
    Sprunghalse – Abbildung aus Rumpf und Rigg.

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  • Ree

    „Ree!“ ist ein Manöverkommando bei der Wende. Es kennzeichnet den Zeitpunkt, an dem die Vorsegel nicht mehr tragen und das Schiff mit dem Bug durch den Wind geht.

    Wann fällt das Kommando „Ree“?

    Während einer Wende dreht das Schiff von einem Bug auf den anderen. Mit „Ree“ wird der Übergang angezeigt, in dem die bisherige Segelstellung ihre Wirkung verliert und die vorgesehenen nächsten Handgriffe beginnen.

    Bedeutung auf einem Rahsegler

    Auf einem Rahsegler koordiniert das Kommando mehrere Stationen. Welche Leinen wann bedient werden, ist vom Schiff und seinem Manöverablauf abhängig. Maßgeblich sind deshalb die Kommandos der Schiffsführung und die schiffsspezifische Einweisung.

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  • Lenzen

    Lenzen hat in der Seemannschaft zwei Bedeutungen: Es bezeichnet sowohl das Fahren vor Wind bei schwerem Wetter als auch das Leeren eines Behälters oder der Bilge.

    Lenzen vor Topp und Takel

    Kann ein Schiff bei schwerem Wetter keinen sicheren Weg gegen Wind und See mehr machen und steht nach Lee ausreichend Raum zur Verfügung, kann es vor dem Wind ablaufen. Dabei trägt es nur wenig Segel oder fährt „vor Topp und Takel“ ganz ohne gesetzte Segel.

    Auf einem Rahsegler werden die Rahen für den Vorwindkurs vierkant gebrasst. Kurs und Geschwindigkeit müssen so gewählt werden, dass das Schiff nicht im Wellental quer zur See gerät. Ob Lenzen möglich und sicher ist, hängt von Schiff, Seeraum, Wetter und Schiffsführung ab.

    Lenzen von Bilge und Behältern

    Lenzen bedeutet außerdem, Wasser oder andere Flüssigkeiten vollständig aus der Bilge, einem Tank oder einem Behälter zu entfernen.

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    Lenzen – Abbildung aus dem Buch Rumpf und Rigg von Torsten Dederichs
    Lenzen – Abbildung aus Rumpf und Rigg.
  • Kreuzbrassen

    Durch Kreuzbrassen wird ein aufgestopptes Schiff stabil in den Wind gelegt und verhindert, dass es wieder Fahrt aufnimmt.

    Ablauf und Anwendung des Manövers

    Zum Aufstoppen des Schiffs unter Segeln muss zunächst Fahrt aus dem Schiff genommen werden. Dazu werden das Fock- sowie das Großsegel aufgegeit. Anschließend werden die Toppen überkreuz gebrasst. Dazu wird der Großtopp gegen den Wind auf den vierten Konten rund gebrasst. Um das Schiff auszubalancieren, wird der Besan mittschiffs geholt und gesetzte Vorsegel, soweit erforderlich, geborgen. Zur Stabilisierung der Schiffslage muss das Ruder etwas nach Luv gelegt werden.

    Da der Großtopp beim Backbrassen gegen den Wind geholt werden muss, sind die Brassen entsprechend zu besetzen.

    Durch die Segelstellung wird erreicht, dass der Vortopp trägt und der Großtopp back steht. Die Kräfte an beiden Toppen heben sich fast auf. Die nötige Balance erhält das Schiff durch den Mittschiffs stehenden Besan und den noch gesetzten Vorsegeln. Das Schiff macht dabei keine Fahrt mehr und treibt stabil vor dem Wind nach Lee .

    Wahrschau: Beim klassischen Kreuzbrassen wird wie oben beschrieben der Großtopp rund gebrasst. Der Grund ist, dass die Großstagen unter einem güstigeren Winkel zum Mast geführt werden und so die durch die backstehenden Segel auftretenden Lasten besser abtragen können. Da aber das Kreuzbrassen häufig gemeinsam mit einem Bootsmanöver durchgeführt wird, zum Beispiel im Rahmen eines „Person-über-Bord“-Manövers. Da sich aber die Manöverstationen der Großtoppbrassen häufig im Arbeitsbereich der Boote befinden, würden sich die beiden Crews gegenseitig behindern. Um dies zu umgehen empfiehlt es sich stattdessen den Vortopp rund zu brassen. Hinsichtlich der sicheren und ruhigen Lage des beigedrehten Schiffes ergibt sich dabei kein Unterschied.

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    Kreuzbrassen – Abbildung aus dem Buch Rumpf und Rigg von Torsten Dederichs
    Kreuzbrassen – Abbildung aus Rumpf und Rigg.

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  • Halse

    Das Manöver eignet sich besonders für unerfahrene und kleine Crews. Da das Schiff bei der Halse mit dem Heck durch den Wind geht und dabei den Kurs um 240° ändert, geht bei diesem Manöver allerdings sehr viel Raum verloren. Bei schwerem Wetter, aber auch bei flachen Winden, gibt es zur Halse keine Alternative.

    Ablauf und Anwendung des Manövers

    Wie bei der Wende wird auch bei der Halse die Neigung des Schiffes zu gieren gezielt eingesetzt. Da das Schiff mit dem Heck durch den Wind geht, muss das Schiff vom Wind abfallen. Das Schiff muss also künstlich stark leegierig gemacht werden. Das wird erreicht, indem die achteren Segel weggenommen werden und damit der Segeldruckpunkt weit vor den Lateraldruckpunkt verlagert wird. Zudem müssen die Stagsegel zum Schiften der Schoten weggenommen werden.

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    Halse – Abbildung aus dem Buch Rumpf und Rigg von Torsten Dederichs
    Halse – Abbildung aus Rumpf und Rigg.

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  • Festmacherleine

    Mit der Festmacherleine wird das Schiff an Land festgemacht. Dazu wird die Leine schiffs- und landseitig auf Poller belegt.

    Funktion und Bedeutung an Bord

    Beim Anlegen wird die Festmacherleine erst auf Anordnung der Schiffsführung an die Festmacher-Crew an Land übergeben. Dazu wird eine Wurfleine an die Festmacherleine angebunden und an Land geworfen. Die Wurfleine wird erst dann geworfen, wenn der Werfer sich sicher ist, dass sie auch am Kai aufgefangen werden kann. Zum Werfen der Leine ist Blickkontakt mit dem jeweiligen Festmacher zu suchen und auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Dazu ist auf Deutsch „Wahrschau!“ oder auf Englisch „Watch the hieving line!“ auszurufen.

    Wahrschau: Werden die Festmacherleinen zum Abschluss des Festmachens noch einmal mit dem Spill durchgesetzt, müssen sie immer angestoppt werden, bevor sie auf dem Poller belegt werden.

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    Festmacherleine – Abbildung aus dem Buch Rumpf und Rigg von Torsten Dederichs
    Festmacherleine – Abbildung aus Rumpf und Rigg.

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  • Eindampfen

    Unter Eindampfen wird ein Manöver verstanden, mit dem ein Schiff unter Ausnutzung einer Leine, der Ruderlage und kleiner Maschinenfahrt – sowohl vorals auch rückwärts – auch in engen Hafenbereichen sicher und kontrolliert bewegt werden kann.

    Ablauf und Anwendung des Manövers

    Wahrschau: Da bei diesem Manöver die Maschine gegen eine Festmacherleine betrieben wird, handelt es sich um ein Manöver mit einer potenziellen Unfallgefahr. So können unerkannte Vorschäden an der Festmacherleine, diese unter Last brechen lassen. Daher ist an Deck darauf zu achten, dass der Gefahrenbereich, in dem die Leine bei Bruch ausschlagen kann, nicht betreten wird.

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  • Backhalse

    Die Backhalse ist ein Manöver für enge Gewässer oder eine misslungene Wende, bei dem Elemente von Wende und Halse miteinander verbunden werden. Das Schiff wird zunächst mit dem Bug und anschließend mit dem Heck durch den Wind auf den neuen Bug gebracht.

    Wann wird eine Backhalse gefahren?

    Sie kommt infrage, wenn weder für eine vollständige Wende Raum in Luv noch für eine normale Halse genügend Raum in Lee vorhanden ist. Auch nach einer abgebrochenen oder misslungenen Wende kann sie helfen, das Schiff kontrolliert auf den gewünschten Kurs zu bringen.

    Ablauf einer Backhalse mit den Kursänderungen des Rahseglers
    Ablauf einer Backhalse – Abbildung aus Rumpf und Rigg.

    Warum ist das Manöver anspruchsvoll?

    Segel, Rahen und Ruder müssen über mehrere Phasen koordiniert bedient werden. Das Manöver benötigt deshalb klare Kommandos und eine eingespielte Wachmannschaft. Der genaue Ablauf richtet sich nach Schiff, Besegelung, Wind und verfügbarem Raum.

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  • Beidrehen

    Beidrehen ist ein Schwerwetter- oder Ruhemanöver, bei dem ein Segelschiff mit stark verringerter Fahrt schräg zum Wind liegt und kontrolliert nach Lee driftet.

    Wie wirkt das Beidrehen?

    Segelstellung und Ruder werden so aufeinander abgestimmt, dass sich Vortrieb und Drehwirkung weitgehend ausgleichen. Das Schiff macht nur wenig Fahrt durchs Wasser und treibt seitlich nach Lee.

    Beidrehen bei schwerem Wetter

    Beidrehen kann die Belastung für Schiff und Besatzung verringern und Zeit für Arbeiten oder das Abwettern schaffen. Ob und wie das Manöver sicher möglich ist, hängt stark von Schiff, Takelung, Seeraum, Wind und Seegang ab. Es darf daher nur nach dem schiffsspezifischen Verfahren und den Anweisungen der Schiffsführung ausgeführt werden.

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    Beidrehen – Abbildung aus dem Buch Rumpf und Rigg von Torsten Dederichs
    Beidrehen – Abbildung aus Rumpf und Rigg.

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  • Anlegen

    Anlegen ist das kontrollierte Heranführen und Festmachen eines Schiffes an einem Liegeplatz, etwa an einer Pier, einem Steg oder längsseits eines anderen Schiffes.

    Woraus besteht ein Anlegemanöver?

    Zum Anlegen gehören die Planung der Annäherung, das Bereitmachen von Leinen und Fendern, die Fahrtverminderung sowie das sichere Festmachen. Wind, Strom, verfügbare Wassertiefe, Radeffekt, Trägheit und Platz bestimmen den Ablauf.

    Vorbereitung und Kommunikation

    Vor dem Manöver werden Liegeplatz und Abbruchmöglichkeit beurteilt, Leinen klar vorbereitet und Aufgaben eindeutig verteilt. Langsame Fahrt lässt mehr Reaktionszeit, darf aber die Steuerfähigkeit nicht unterschreiten. Das konkrete Vorgehen richtet sich immer nach Schiff, Antrieb, Wetter und örtlichen Vorgaben.

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