Schlagwort: Rigg

  • Besansegel

    Das Besansegel ist ein längsschiffs ausgerichtetes Gaffelsegel am achtersten Mast eines Rahseglers. Es wird zwischen Gaffel und Besanbaum gesetzt und unterstützt Vortrieb, Kursstabilität und Balance des Schiffes.

    Besansegel mit Gaffel, Besanbaum sowie Kopf- und Fußausholer
    Besansegel und zugehöriges laufendes Gut – Abbildung aus Rumpf und Rigg.

    Wie ist das Besansegel aufgebaut?

    Das Segel besitzt Ober-, Unter-, Vor- und Achterliek. Seine vier Ecken heißen Hals, Kopf, Horn und Fuß. Bei größeren Ausführungen kann die Segelfläche in Unter- und Oberbesan geteilt sein: Der Unterbesan liegt zwischen Baum und Untergaffel, der Oberbesan zwischen Unter- und Obergaffel.

    Wie wird das Besansegel bedient?

    Kopf- und Fußausholer ziehen das Segel nach achtern und setzen es. Die entsprechenden Einholer und die Gordinge holen die Segelfläche zum Mast zurück. Schot, Bullentalje und Gaffelgeeren bestimmen die Stellung von Baum und Gaffel. Entscheidend ist die koordinierte Bedienung nach den Kommandos an Bord.

    Verwandte Begriffe

    Das Buch zum Glossar

    Rumpf und Rigg

    Aufbau, Sprache und Bedienung eines Rahseglers zusammenhängend verstehen – als Nachschlagewerk auf See und Arbeitsbuch an Land.

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  • Block

    Ein Block führt eine Leine in eine andere Zugrichtung oder ist als beweglicher Bestandteil einer Talje an der Kraftübersetzung beteiligt. Er besteht aus mindestens einer drehbar gelagerten Scheibe in einem tragenden Gehäuse.

    Wie ist ein Block aufgebaut?

    Die Scheibe läuft auf einem Bolzen oder Lager. Ihre Rille führt die Leine. Gehäuse und Scheiben können je nach Bauart aus Holz, Metall oder Kunststoff bestehen. Entscheidend sind die zulässige Belastung, der passende Leinendurchmesser und eine sichere Befestigung.

    Welche Blockarten gibt es?

    • Einscheibiger Block: führt eine Leine um oder bildet einen Teil einer einfachen Talje.
    • Klappblock: lässt sich öffnen, sodass eine Leine seitlich eingelegt werden kann.
    • Zweischeiben- und Violinblock: führen zwei Scheiben in einem Gehäuse; beim Violinblock liegen sie versetzt und besitzen unterschiedliche Durchmesser.
    • Gienblock: bezeichnet einen Block mit mehr als zwei Scheiben.

    Blöcke müssen passend zur vorgesehenen Zugrichtung angeschlagen und regelmäßig auf Scheibenlauf, Lager, Gehäuse und Anschlagpunkte kontrolliert werden.

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  • Gaffel

    Eine Gaffel ist eine Spiere, die das Oberliek eines Gaffelsegels trägt und am Mast geführt oder fest gelagert wird.

    Aufbau und Funktion

    Bei einer beweglichen Gaffel umfasst eine gabelförmige Klaue den Mast. Zum Setzen wird die Spiere gemeinsam mit dem Segel aufgeheißt. Das Klaufall hebt den Bereich der Klaue, während das Piekfall das achtere Ende der Gaffel führt. Erst das abgestimmte Holen beider Fallen bringt die Gaffel in die gewünschte Lage.

    Bewegliche und feste Gaffeln

    Bei großen Schiffen können Gaffeln fest am Besanmast montiert sein. Sie ruhen dann in einem Lager und werden nicht gemeinsam mit dem Segel geheißt. Sehr große Besansegel können zudem in Unter- und Oberbesansegel geteilt werden; entsprechend sind Unter- und Obergaffel vorhanden.

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  • Brassen

    Brassen sind Leinen des laufenden Gutes, mit denen die Rahen um den Mast gedreht und nach dem Wind ausgerichtet werden.

    Wie funktionieren Brassen?

    Die Brassen sind an den Nocken einer Rah angeschlagen. Durch Holen der einen und Fieren der gegenüberliegenden Brasse wird die Rah horizontal geschwenkt. So lassen sich die daran angeschlagenen Rahsegel auf den jeweiligen Kurs zum Wind einstellen. Dieser Vorgang wird Brassen genannt.

    Benannt werden die Leinen nach der Rah beziehungsweise dem zugehörigen Segel, das sie bewegen – zum Beispiel Großbrassen oder Voruntermarsbrassen.

    Wie sind Brassen an Bord geführt?

    Die genaue Führung der Brassen hängt vom Rigg und vom Leinenplan des jeweiligen Schiffes ab. Grundsätzlich laufen sie von den Rahnocken über geeignete Führungs- und Umlenkpunkte zu ihren Bedienplätzen. Maßgeblich sind daher immer die Benennung und der Leinenplan an Bord.

    Beim Brassen arbeitet die Crew an mehreren Leinen gleichzeitig. Eindeutige Kommandos und die Kenntnis des Leinenplans sind deshalb entscheidend.

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    Abbildung zu Brassen aus dem Buch Rumpf und Rigg von Torsten Dederichs
    Brassen – Abbildung aus Rumpf und Rigg.

    Rumpf und Rigg

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  • Ausholer

    Ausholer sind Leinen des laufenden Guts, mit denen das Besansegel entlang von Gaffel und Baum nach außen gezogen und damit gesetzt wird. Am Besansegel werden Kopf- und Fußausholer unterschieden.

    Besansegel mit Kopf- und Fußausholer sowie zugehörigem laufendem Gut
    Kopf- und Fußausholer am Besansegel – Abbildung aus Rumpf und Rigg.

    Wie sind die Ausholer geführt?

    Der Kopfausholer ist am Kopf, der Fußausholer am Horn des Segels angeschlagen. Von dort laufen die Leinen über Rollen an den Enden von Gaffel beziehungsweise Baum zum Mast und weiter über Blöcke zu ihrer Bedienposition. Die genaue Führung hängt von der Ausführung des Schiffes ab.

    Wie werden Kopf- und Fußausholer bedient?

    Beim Setzen werden beide Ausholer koordiniert geholt. Der Kopfausholer wird in der Regel voraus bedient, damit Schlitten oder Lögel sauber laufen und sich nicht verkanten. Der Fußausholer folgt mit kontrolliertem Abstand. Maßgeblich sind die Kommandos und Verfahren an Bord.

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