Sturmböen treten in der Regel beim Passieren von Schlechtwetterfronten oder Gewittern auf. Sie werden häufig von Windsprüngen bis zu 180° innerhalb von wenigen Minuten oder sogar Sekunden begleitet. Durch ständige Wetterbeobachtungen, auch auf dem Radar, können sie frühzeitig erkannt werden.
Strecktaue werden über und unter Deck gespannt, um ein sicheres Begehen zu ermöglichen. Die ersten Strecktaue werden schon beim Auslaufen angebracht, andere erst bei aufziehendem Wetter. Man kann sich an ihnen festhalten oder mit dem Sicherungsgeschirr einhaken.
Lenzen hat in der Seemannschaft zwei Bedeutungen: Es bezeichnet sowohl das Fahren vor Wind bei schwerem Wetter als auch das Leeren eines Behälters oder der Bilge.
Lenzen vor Topp und Takel
Kann ein Schiff bei schwerem Wetter keinen sicheren Weg gegen Wind und See mehr machen und steht nach Lee ausreichend Raum zur Verfügung, kann es vor dem Wind ablaufen. Dabei trägt es nur wenig Segel oder fährt „vor Topp und Takel“ ganz ohne gesetzte Segel.
Auf einem Rahsegler werden die Rahen für den Vorwindkurs vierkant gebrasst. Kurs und Geschwindigkeit müssen so gewählt werden, dass das Schiff nicht im Wellental quer zur See gerät. Ob Lenzen möglich und sicher ist, hängt von Schiff, Seeraum, Wetter und Schiffsführung ab.
Lenzen von Bilge und Behältern
Lenzen bedeutet außerdem, Wasser oder andere Flüssigkeiten vollständig aus der Bilge, einem Tank oder einem Behälter zu entfernen.
Beidrehen ist ein Schwerwetter- oder Ruhemanöver, bei dem ein Segelschiff mit stark verringerter Fahrt schräg zum Wind liegt und kontrolliert nach Lee driftet.
Wie wirkt das Beidrehen?
Segelstellung und Ruder werden so aufeinander abgestimmt, dass sich Vortrieb und Drehwirkung weitgehend ausgleichen. Das Schiff macht nur wenig Fahrt durchs Wasser und treibt seitlich nach Lee.
Beidrehen bei schwerem Wetter
Beidrehen kann die Belastung für Schiff und Besatzung verringern und Zeit für Arbeiten oder das Abwettern schaffen. Ob und wie das Manöver sicher möglich ist, hängt stark von Schiff, Takelung, Seeraum, Wind und Seegang ab. Es darf daher nur nach dem schiffsspezifischen Verfahren und den Anweisungen der Schiffsführung ausgeführt werden.