Die besten Asset-Strategien im Top-Management sind wertlos, wenn sie die Realität an der Basis ignorieren.
Mein Weg vom Shopfloor ins Performance Management hat mich eines gelehrt: Echte operative Exzellenz
entsteht nur, wenn man Herrschaftswissen abbaut und Transformation gemeinsam mit den Menschen
gestaltet.
Hinter die Dinge sehen, zum Verstehen und Verbessern!
Schon früh wollte ich hinter die Dinge sehen: Wie funktioniert ein Radio, wie funktioniert ein Computer? Und wie kann
man sie verbessern? So baute ich schon früh eine Kopfhörer-Buchse in mein Radio ein oder einen Resetknopf in meinen
C64. Aus dieser Neugier heraus wurde ich zunächst Betriebselektriker, mit einem kleinen Intermezzo als Bergmann im Braunkohlebergbau, und studierte schlussendlich Elektrotechnik.
Später als Instandhaltungsingenieur durfte ich schließlich wieder tüftelnd die beste Lösung auf die tagtäglichen Störungen und Betriebsausfälle entwickeln. Und wir wissen alle, was die besten Lösungen sind: Sie dürfen kein Geld kosten und müssen lange halten.
Nach den fast acht Jahren in der praktischen Instandhaltung, in denen ich am Ende Leiter der elektrotechnischen
Instandsetzung war, habe ich mich dann der größeren Herausforderung gewidmet: Zu verstehen wie
Instandhaltungsorganisation arbeitet und wie man sie und die Arbeitsprozesse gestalten muss. Ich wurde LEAN
Management Berater und einer von vier Projektleitern in einem unternehmensweiten, internationalen
Effizienzsteigerungsprogramm.
Die größte Herausforderung bestand hierbei insbesondere darin, Menschen zu motivieren, ihre liebgewonnenen
Arbeitsweisen kritisch zu hinterfragen. Und wer macht das schon gerne? Bedeutet es doch eine zusätzliche Anstrengung
und oftmals sind die Erkenntnisse unangenehm. Ich habe jedenfalls in diesem Projekt eine große Portion über
Menschenführung gelernt, die weit über sogenannte Personal-Seminare hinaus geht.
Man kann Veränderungen nur gemeinsam mit den Menschen erreichen, die sie betreffen. Niemals gegen Sie!
Da ich ein großer Feind von „Herrschaftswissen“ bin und auch mein Wissen nicht für mich zu behalten will und werde,
habe ich meine Erfahrungen aus dem Projekt, gemeinsam mit einem Kollegen in einem Buch veröffentlicht. „Lean
Maintenance: A Practical, Step-By-Step Guide for Increasing Efficiency“.
Nach Beendigung dieses Projektes zog es mich wieder in die praktische Instandhaltung und getreu meiner Maxime nicht
nur reden, sondern auch tun. Ich durfte als Projektleiter eines millionen Euro schweren Ertüchtigungsprojekts meine
Methoden auch selber wieder in der Praxis anwenden.
Und nun bin ich seit fast vier Jahren in der Zentrale meines Arbeitgebers und helfe hier, neue Geschäftsfelder zu
entwickeln. Diese Aufgabe führt mich zum einen als Unternehmensberater hinaus zu unseren Kunden. Zum anderen helfe ich auch, unsere eigenen Werke weiterzuentwickeln.

