Auch wenn es augenscheinlich auf den Meeren genug Platz für alle gibt, kommt es doch immer wieder zu gefährlichen Annäherungen mit anderen Schiffen. Daher ist ein gewissenhafter Ausguck nicht nur vorgeschrieben, sondern auch die wichtigste Maßnahme zur Kollisionsverhütung.
Auch in Zeiten von Radar hat dieses seine technischen Grenzen. Gerade kleinere Wasserfahrzeuge werfen auch nur einen kleinen Radarschatten, sodass der ausschauhaltende Crewkamerad, ergänzend zur stets bewachten Radaranlage, unverzichtbar ist. Daneben gibt es aber auch Hindernisse, wie an der Wasseroberfläche treibende Seecontainer, die in der Radaranzeige zwischen den Wellenbergen und Tälern gänzlich unsichtbar sind.
Der Ausguck hat den Seebereich von querab über voraus bis querab auf der anderen Seite zu überwachen. Dabei darf der Ausguck auch den Blick in Richtung Sonne nicht vergessen. Alle im beobachteten Sektor sichtbaren Gegenstände sind der Schiffsführung eindeutig zu nennen. Auch scheinbar Unwichtiges. Bei der Meldung sind klare Begriffe wie Boje, Tonne, Fahrzeug, rotes Blinklicht und Ähnliches zu verwenden. Darüber hinaus ist die Peilung des Objektes, bezogen auf die Mittschiffslinie, anzugeben.
Wahrschau: Von der Benutzung eines Fernglases ist unbedingt abzuraten! Durch das Fernglas wird das Sichtfeld stark eingeschränkt, und man verliert leicht den Überblick über den weiten Horizont. Auch die Augen ermüden wesentlich schneller.
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