Kategorie: A

  • Achtknoten

    Der Achtknoten ist ein Stopperknoten, der das Ende einer Leine verdickt und dadurch das unbeabsichtigte Ausrauschen aus einem Block, Ring oder einer Öse verhindert.

    Wofür wird der Achtknoten verwendet?

    Er wird vor allem am freien Ende laufenden Guts gesetzt. Seine charakteristische Form ähnelt einer Acht. Gegenüber einem einfachen Überhandknoten ist er meist leichter wieder zu lösen und bildet eine größere Verdickung.

    Grenzen des Knotens

    Ob der Knoten sicher stoppt, hängt vom Verhältnis zwischen Tauwerk und Öffnung ab. Er ist keine universelle Endverbindung und nicht für jede sicherheitskritische Anwendung geeignet. Maßgeblich sind Tauwerk, Belastung und das Verfahren an Bord.

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    Rumpf und Rigg

    Aufbau, Sprache und Bedienung eines Rahseglers zusammenhängend verstehen – als Nachschlagewerk auf See und Arbeitsbuch an Land.

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  • Auge

    Ein Auge ist eine geschlossene Schlaufe im Tauwerk, bei der sich die beiden Parten kreuzen.

    Wie entsteht ein Auge?

    Wird eine Leine so gelegt, dass sie eine geschlossene Form bildet und sich die Parten überkreuzen, entsteht ein Auge. Die Richtung der Kreuzung bestimmt bei vielen Knoten und Steken den weiteren Arbeitsablauf.

    Eine offene U-förmige Krümmung ohne Kreuzung heißt dagegen Bucht. Der Begriff „Auge“ wird außerdem für dauerhaft gespleißte oder konstruktiv hergestellte Schlaufen verwendet.

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  • Aerodynamische Kraft / Auftrieb

    Aerodynamischer Auftrieb entsteht, wenn ein angeströmtes Segel die Luft umlenkt und sich dadurch eine resultierende Kraft am Segel aufbaut. Ein Teil dieser Kraft kann – im Zusammenspiel mit dem Unterwasserschiff – das Schiff nach vorn treiben.

    Wie entsteht die Kraft am Segel?

    Das gewölbte und angestellte Segel verändert Richtung und Geschwindigkeit der Luftströmung. Dabei entsteht eine Druckverteilung: Auf der Leeseite liegt überwiegend ein geringerer Druck als auf der Luvseite an. Die resultierende aerodynamische Kraft wirkt nicht unmittelbar in Fahrtrichtung, sondern lässt sich in Vortrieb und seitliche Kraft zerlegen.

    Luftströmung und aerodynamische Kraft an einem gewölbten Segel
    Luftströmung und aerodynamische Kraft am Segel – Abbildung aus Rumpf und Rigg.

    Warum fährt das Schiff nicht nur seitwärts?

    Der seitlichen Kraft am Segel wirken Rumpf, Kiel oder Schwert im Wasser entgegen. Erst aus dem Zusammenwirken von Segeldruckpunkt und Lateraldruckpunkt entsteht eine gerichtete Fahrt. Für einen wirksamen Segeltrimm muss die Strömung möglichst sauber am Segel anliegen; ein zu kleiner oder zu großer Anstellwinkel vermindert den Vortrieb und kann zum Strömungsabriss führen.

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  • Am Wind

    Am Wind segelt ein Schiff, wenn der Wind schräg von vorn einfällt und die Segel so dicht geholt sind, dass sie wirksam angeströmt werden.

    Was bedeutet „am Wind“?

    Ein Segelschiff kann nicht unmittelbar gegen den Wind fahren. Es hält deshalb einen Winkel zum Wind, bei dem die Segel noch Auftrieb erzeugen. Je nach Schiff, Segelform und Bedingungen liegt dieser Winkel unterschiedlich eng am Wind.

    Kurs und Segelstellung

    Auf einem Am-Wind-Kurs werden die Segel vergleichsweise dicht geholt. Fällt der Wind weiter von der Seite ein, spricht man vom halben Wind; kommt er weiter von achtern, liegt raumer Wind an.

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    Am Wind – Abbildung aus dem Buch Rumpf und Rigg von Torsten Dederichs
    Am Wind – Abbildung aus Rumpf und Rigg.

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  • Anlegen

    Anlegen ist das kontrollierte Heranführen und Festmachen eines Schiffes an einem Liegeplatz, etwa an einer Pier, einem Steg oder längsseits eines anderen Schiffes.

    Woraus besteht ein Anlegemanöver?

    Zum Anlegen gehören die Planung der Annäherung, das Bereitmachen von Leinen und Fendern, die Fahrtverminderung sowie das sichere Festmachen. Wind, Strom, verfügbare Wassertiefe, Radeffekt, Trägheit und Platz bestimmen den Ablauf.

    Vorbereitung und Kommunikation

    Vor dem Manöver werden Liegeplatz und Abbruchmöglichkeit beurteilt, Leinen klar vorbereitet und Aufgaben eindeutig verteilt. Langsame Fahrt lässt mehr Reaktionszeit, darf aber die Steuerfähigkeit nicht unterschreiten. Das konkrete Vorgehen richtet sich immer nach Schiff, Antrieb, Wetter und örtlichen Vorgaben.

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  • Ablegen

    Beim Ablegen löst ein Schiff seine Verbindung zum Liegeplatz und wird kontrolliert in freies Fahrwasser gebracht. Leinen, Maschine, Ruder und gegebenenfalls Bugstrahlruder werden dabei nach einem festgelegten Manöverplan eingesetzt.

    Wie wird das Ablegen vorbereitet?

    Die Schiffsführung legt das Manöver nach Wind, Strom, Platzverhältnissen und den verfügbaren Hilfsmitteln fest. Die Stationen werden besetzt, die Kommunikation wird geklärt und nicht mehr benötigte Festmacherleinen werden auf Anweisung aufgeklart oder eingeholt. Gangway und Fender gehören ebenso zur Vorbereitung. Der Anker muss bei einer Revierfahrt nach den Vorgaben an Bord klar zum Fallen sein.

    Leinen nur auf Anweisung lösen

    Welche Leine zuletzt hält, hängt vom geplanten Manöver ab. Die Leinen werden deshalb ausschließlich auf Anweisung der Schiffsführung gelöst oder eingeholt. Dabei sind Quetschstellen und die Rückschlagbereiche belasteter Leinen freizuhalten. Gerade zu Beginn einer Reise muss die erfahrene Stammcrew neue Trainees auf Arbeits- und Gefahrenbereiche hinweisen.

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  • Ankermanöver

    Ein Ankermanöver umfasst das Ausbringen, Einfahren, Überwachen und spätere Aufholen des Ankers, damit ein Schiff sicher auf seiner Position bleibt.

    Vor dem Ankern

    Entscheidend sind Wassertiefe, Ankergrund, Wind, Strom, Schwojraum, Wetterentwicklung und Abstand zu anderen Fahrzeugen oder Gefahren. Daraus ergeben sich Ankerplatz, Ketten- oder Leinenlänge und das Vorgehen an Bord.

    Anker einfahren und überwachen

    Der Anker wird kontrolliert ausgebracht und durch rückwärts gerichtete Belastung eingegraben. Peilungen, Positionsdaten und regelmäßige Kontrollen zeigen, ob er hält. Beim Aufholen ist die Last auf Ankergeschirr und Besatzung zu beachten. Verbindlich sind die schiffsspezifischen Verfahren und die Anweisungen des verantwortlichen Schiffsführers.

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    Ankermanöver – Abbildung aus dem Buch Rumpf und Rigg von Torsten Dederichs
    Ankermanöver – Abbildung aus Rumpf und Rigg.

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  • Ausguck

    Ein sorgfältiger Ausguck beobachtet die Umgebung fortlaufend mit Augen und Ohren und nutzt alle verfügbaren, zur Situation passenden Mittel. Er ist eine wesentliche Grundlage der Kollisionsverhütung.

    Welche Aufgabe hat der Ausguck?

    Der Ausguck meldet Fahrzeuge, Lichter, Tonnen, Treibgut, Wetterveränderungen und andere Auffälligkeiten unverzüglich an die Schiffsführung. Eine Meldung muss eindeutig sein und Richtung beziehungsweise Peilung enthalten. Sie gilt erst als übermittelt, wenn sie verstanden und quittiert wurde.

    Radar, AIS und Fernglas ergänzen den Ausguck

    Radar, AIS und andere Hilfsmittel ersetzen den visuellen und akustischen Ausguck nicht. Kleine Fahrzeuge oder treibende Gegenstände können schwer zu erfassen sein. Ein Fernglas hilft, eine Beobachtung gezielt zu identifizieren; anschließend muss der Blick wieder in die gesamte Umgebung zurückkehren. Bei verminderter Sicht oder besonderen Gefahren kann ein verstärkter Ausguck erforderlich sein.

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  • Ankerwache

    Die Ankerwache überwacht ein vor Anker liegendes Schiff, damit ein Vertreiben, eine gefährliche Annäherung oder eine Veränderung von Wetter und Seegang rechtzeitig erkannt wird.

    Hält der Anker?

    Die Position wird in festgelegten Abständen durch geeignete Peilungen und Positionsdaten kontrolliert. Veränderungen müssen zusammen mit Wind, Strom und dem Schwojen des Schiffes beurteilt werden. Auffälligkeiten an Ankerkette oder -leine können auf eine veränderte Belastung hinweisen, ersetzen aber keine systematische Positionskontrolle.

    Weitere Aufgaben der Ankerwache

    Zur Wache gehören der Ausguck, die Wetterbeobachtung sowie Kontrollen der vorgeschriebenen Lichter und Signale. Bei verminderter Sicht sind die nach den Kollisionsverhütungsregeln erforderlichen Schallsignale zu geben. Sicherheitsrunden und das rechtzeitige Wecken der Ablösung richten sich nach Wachorder und Bordverfahren. Bei jeder Unsicherheit wird unverzüglich die verantwortliche Schiffsführung informiert.

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  • Ausholer

    Ausholer sind Leinen des laufenden Guts, mit denen das Besansegel entlang von Gaffel und Baum nach außen gezogen und damit gesetzt wird. Am Besansegel werden Kopf- und Fußausholer unterschieden.

    Besansegel mit Kopf- und Fußausholer sowie zugehörigem laufendem Gut
    Kopf- und Fußausholer am Besansegel – Abbildung aus Rumpf und Rigg.

    Wie sind die Ausholer geführt?

    Der Kopfausholer ist am Kopf, der Fußausholer am Horn des Segels angeschlagen. Von dort laufen die Leinen über Rollen an den Enden von Gaffel beziehungsweise Baum zum Mast und weiter über Blöcke zu ihrer Bedienposition. Die genaue Führung hängt von der Ausführung des Schiffes ab.

    Wie werden Kopf- und Fußausholer bedient?

    Beim Setzen werden beide Ausholer koordiniert geholt. Der Kopfausholer wird in der Regel voraus bedient, damit Schlitten oder Lögel sauber laufen und sich nicht verkanten. Der Fußausholer folgt mit kontrolliertem Abstand. Maßgeblich sind die Kommandos und Verfahren an Bord.

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